Ist Multi-tasking gut?
März 4th, 2010 Kommentare deaktiviert
Ist Multi-Tasking gut? Im Sinne von Effektivität ist Multi-Tasking, das bedeutet, mehrere Aufgaben werden gleichzeitig erledigt, nicht zielführend. Zwar bleibt in der heutigen Bürowelt für immer mehr Arbeit immer weniger Zeit, und wer mehrere Dinge gleichzeitig erledigt, ist scheinbar im Vorteil. Die Qualität der Arbeit leidet aber darunter. Darauf deuten Untersuchungen von Neurologen und Hirnforschern hin.
Sie fanden heraus, dass der Mensch eigentlich nicht in der Lage ist, mehrere Dinge gleichzeitig zu tun. Im Gegenteil: Um 20 bis 40 Prozent sinkt die Leistungsfähigkeit des Gehirns, wenn es mehrere Aufgaben parallel bearbeiten soll. Die Aufmerksamkeit wird den verschiedenen Aufgaben nämlich nicht gleichzeitig gewidmet, sondern springt zwischen ihnen hin und her. Mit fatalen Folgen: Die Informationen werden nicht nachhaltig genug verarbeitet, Fehler schleichen sich ein. Außerdem braucht das Gehirn Zeit, sich immer wieder in neue Aufgaben hineinzudenken, auch wenn es vorher schon einmal mit ihnen konfrontiert war. Wer multitaskt, erledigt seine Arbeit im Endeffekt also langsamer und ungenauer.
Eine amerikanische Unternehmensberatungsfirma hat ermittelt, dass der US-Wirtschaft dadurch 590 Milliarden Dollar Verluste entstehen. Ganz zu schweigen von krankheitsbedingten Ausfällen: In den USA leidet die Hälfte der arbeitenden Bevölkerung bereits an „Hurry-Sickness“, der Hetz-Krankheit.
Allerdings bleibt ein kleiner Trost: Obwohl der Begriff Multi-Tasking der Computerwelt entlehnt ist, sind nicht einmal Betriebssysteme in der Lage, sich wirklich zeitgleich mit mehreren Prozessen zu beschäftigen. Auch sie bearbeiten die einzelnen „Task“ nacheinander, nur eben so schnell, dass für menschliche Maßstäbe der Eindruck von Gleichzeitigkeit entsteht.
Quelle P.M. 1/2008, Zusammenfassung Sigrid Ebert
Mittagsschlaf im Büro
März 2nd, 2010 § 1 Kommentar
„Schlafen kann ich wenn ich tot bin,“ spottete Rainer Werner Fassbinder. Der exzentrische Filmemacher, der in 13 Schaffensjahren 40 Spielfilme drehte, dazu Fernsehspiele und –serien, lebte stets aus dem Vollen. Neben seiner manischen Arbeitswut, mit der er zum „größten Filmemacher der Welt“ avancieren wollte, zog er mit seinen Schauspielern nachts um die Häuser, trank viel Alkoholisches, rauchte ohne Unterlass und missachtete sämtliche Warnsignale seines Körpers. Mittagsschlaf zu halten hielt er für eine Zumutung, auch seien Mitarbeitern verbot er das Wegdösen am Set. Mit 37 Jahren spielte sein Körper nicht mehr mit, nach dem Herzstillstand kam bei der Obduktion heraus, dass Fassbinder sich mit Schlafmitteln voll gepumpt hatte. Er hatte schlicht das Schlafen verlernt.
Auch heute ist es für manche Chefs eine makabre Vorstellung, dass ihre Mitarbeiter in einem Sessel oder lang ausgestreckt unterm Schreibtisch für eine Viertelstunde abtauchen. Mittagsschlaf wird nur Rentnern oder Kindern zu gestanden. Doch inzwischen schlummern nach Angaben des Schlaflabors in Mönchengladbach rund sechs Prozent der Berufstätigen tagsüber, Tendenz steigend. Sie tun damit etwas für ihre Produktivität, die nach einem Kurzschlaf messbar ansteigt, für ihr Herz, das in der Auszeit gekräftigt wird, und insgesamt für ihre Entspannung, die den ganzen Körper erfasst.
Die Siesta verlängert das Leben, vor allem von Männern. Ihr Risiko, durch Herzversagen aus dem Arbeitsleben zu scheiden, verringerte sich um stolze 64 Prozent, wenn sie sich nachmittags ein Schläfchen gönnen. Fest steht: chronische Übermüdung und ihre Folgen – mangelnde Motivation, schlechte Effizienz, Krankheit und Arbeitsunfälle – verursachen Kosten in Milliardenhöhe. Arbeitgeber und –nehmer sollten öfters in Morpheus Arme sinken.
Was wir von Anderen lernen können: In amerikanischen Unternehmen werden so genannte „Metronap“-Räume, in die sich Arbeitnehmer zum Nickerchen zurückziehen, allmählich Standard. Die Japaner bezeichnen die kurze Ruhe als „inemuri“, was „schlafend präsent sein“ heißt. Beim Schlummer sackt man nicht unter die Tiefschlafgrenze, bei Bedarf ist man sofort wieder voll da. Deshalb ist es in Japan, aber auch in China, legal, sich das Schläfchen überall zu gönnen: in Nahverkehrsmitteln, in Restaurants nach dem Essen, bei Meetings, wen man kurz seinen Kopf auf den Tisch sinken lässt, und natürlich im Sessel am eigenen Schreibtisch. In der kurzen Ruhe liegt viel Kraft. „Der Mittagsschlaf entspricht einem natürlichen Bedürfnis“, sagt Jürgen Zulley, der die Deutsche Akademie für Gesundheit und Schlaf leitet.
Literatur: Peter Spork “Das Schlafbuch, warum wir schlafen und wie es uns am besten gelingt“ Rowohlt
Sie werden es vermutlich nicht glauben, doch auch ich habe es ausprobiert und möchte nicht mehr darauf verzichten!
„Die Welt“ 14. April 2008 Zusammenfassung Sigrid Ebert
E-bay – oder was?!
Februar 26th, 2010 Kommentare deaktiviert
Genau das ist hier die Frage. Als Verlag dachten wir uns, e-bay ist neben Buchhandlungen, Amazon und anderen eine ebenso gute Plattform um Lernmedien anzubieten und zu verkaufen.
Dachten wir!
Nach vier Jahren haben wir mal Bilanz gezogen und kommen zu einem erschreckenden Ergebnis – wir haben uns geirrt! Nun könnte man einwenden, so etwas passiert eben auch im Geschäftsleben und daraus sollte man dann einfach lernen.
Genau das haben wir getan!
Wir werden ab sofort auf e-bay keine Lernmedien mehr anbieten, mit einer Ausnahme – der Kunde findet dort nur noch zwei Hörbücher. Alles andere kann er weiterhin im Buchhandel, bei Amazon und direkt bei uns im Verlag bestellen und oder direkt kaufen.
Unsere Lernerfolge, denn wir haben auch welche im Spaßlerndenk-Verlag, resultieren vor allem aus der unglaublichen Erfindungsgabe mancher Leute, sich die Ware zu besorgen und dann durch allerlei Winkelzüge den Kaufpreis anschließend wieder zurück zu fordern. Und das funktioniert ganz vorzüglich.
Doch damit nicht genug, es wird auch diesem Schachzug noch eins draufgesetzt. Mit wissentlich falschen Behauptungen, und als solche von uns jederzeit belegbar, werden für uns abgegebene Bewertungen dekorativ garniert. Auch das funktioniert reibungslos. Dafür hat e-bay nach so viel schlechter Presse gesorgt.
Nachdem zunächst Käufer auf e-bay abgezockt wurden, und auch wir haben diesbezüglich als „Käufer“ Schmerzensgeld bezahlt, werden nun die Verkäufer abgezockt.
Sie könnten nun einwenden: „Ja gut, so kommt eben jeder einmal dran!“
Stimmt!
Und da wir das nun lange genug exerziert haben machen wir mit dieser Abzocke Schluss und verabschieden uns in aller Form von e-bay.
Unsere Lernmedien wird es weiterhin geben wie vorher auch, nur eben am besten über den Buchhandel. Denn dem geht es seit „e-bay, Amazon und Co“ nicht mehr so prächtig und dem Buchhandel gönnen wir mehr Umsatz.
Na ja, und bei uns direkt im Spaßlerndenk – Verlag ist auch jederzeit eine Bestellung möglich.
Das wird für viel mehr Ruhe, weniger Verwaltungsaufwand und weniger unnötige Kosten im Verlag sorgen und dem Buchhandel überdies gut tun.
Nur der moderne Raubritter hat jetzt das Nachsehen. Seine Wegelagerei muss er nun einstellen oder bei anderen sein Glück versuchen. Wir jedenfalls haben uns für eine andere Route entschieden – da sind die Wege für beide Seiten noch sicher.
Text Sigrid Ebert Spaßlerndenk – Verlag
Foto LaCarina
Herrscht der Mensch durch die Grammatik
Februar 10th, 2010 Kommentare deaktiviert
Lange galt die Grammatik der menschlichen Sprache als Inbegriff des menschlichen Herrscheranspruchs – war doch nur der Mensch in der Lage zu einem so komplexen Zusammenspiel von Wörtern, Sätzen und Bedeutung.
Doch nun haben Forscher ein weiteres Wesen entdeckt, das sich verschiedener Sprachstrukturen bedient: den Buckelwal.
Wale gelten schon seit längerem als besonders kluge Tiere. Nun wurde entdeckt, dass sie auch über eine komplexe Sprache verfügen.
Während der sechsmonatigen Paarungszeit singen alle erwachsenen männlichen Buckelwale einer Population ein ganz bestimmtes Lied, um die weiblichen Artgenossen zu bezirzen. Damit sich die Damen nicht langweilen, wird der Song zudem immer wieder weiterentwickelt und variiert.
Wissenschaftler des Howard Hughes Medical Institutes (HHMI) haben diese Abfolge aus Schreien, Stöhnen und Zirpen nun mit Hilfe eines Computerprogrammes genauer untersucht – in der Hoffnung, die Strukturen des Gesanges zu entschlüsseln.
Das Computerprogramm wertete dabei aus, wie viele Informationen mit Hilfe der unterschiedlichen Geräusche übermittelt wurden und verglich dies mit der Informationsübertragung bei der menschlichen Kommunikation. Anschließend wurde untersucht, ob der Reihenfolge der Daten eine hierarchische Struktur zugrunde liegt, denn das ist ein wichtiges Element jeder Grammatik.
In den Walgesängen sind eindeutig Grundformen einer grammatischen Struktur zu finden, sie unterscheidet sich jedoch völlig von der menschlichen Sprache. Sie besteht aus verschiedenen Ebenen, die jeweils ein bestimmtes Set an Informationen weitergeben. Die kürzesten Informationseinheiten bestehen aus 6 Elementen, die längsten aus 180 bis 400.
Zum Vergleich: In der menschlichen Sprache transportiert schon ein einzelnes Wort etwa zehn unterschiedliche Informationen – so wie Einzahl oder Mehrzahl, positive oder negative Bedeutung oder etwa Zustimmung.
Diese Unterschiede, so erklärt der Studienleiter Ryuji Suzuki, seien jedoch nicht weiter verwunderlich: Schließlich sei die Unterwasserwelt von der unseren völlig verschieden. Es sei daher verständlich, dass sich in dieser anderen Umgebung, in der sich Schall viermal schneller bewegt als in Luft, auch andere Kommunikationsformen entwickelten.
P.M. Februar 2007 Zusammenfassung Sigrid Ebert
Generation doof
Februar 9th, 2010 Kommentare deaktiviert
Das Buch „Generation Doof“ liefert ein Seelenbild der 20- bis 35-Jährigen und wurde von zwei Autoren aus dieser Altersklasse verfasst.
Deren Kernaussage: Eine ganze Generation scheint zu verblöden. Sie belegen das an einzelnen Themen, die die Generation Doof charakterisieren:
Bildung ist unwichtig. Man macht, was Spaß bringt, und kommt damit irgendwie durch. Allgemeinbildung hat keinen hohen Stellenwert. „Was Hänschen nicht lernt, schlägt Hans bei Wikipedia nach“.
Gleichgültige Haltung gegenüber den Anforderungen des Berufslebens. Zwei Drittel der Betriebe klagen über mangelndes schriftliches und mündliches Ausdrucksvermögen der Bewerber. Anschreiben mit „Sehr geehrter Herr und Frau Personalbüro“ sind verbreitet.
Karriere macht man auf Firmenkosten: man tut so, als ob man sehr viel zu tun hätte. Multitasking, das parallele Arbeiten an mehreren Aufgaben, wird als Tarnung des scheinbar Vielbeschäftigten benutzt. Lange Abende im Büro sehen wie anstrengende Arbeit aus, tatsächlich aber werden sie genutzt, um im Internet zu surfen und Auktionen bei Ebay zu überwachen.
Permanenter und langfristiger Jugendwahn, auch wenn es in Deutschland immer weniger echte Jugendliche gibt. Der Unterschied zwischen einem 25- und einem 35 – Jährigen? Keiner, außer ein paar Fältchen, aber die kann man sich wegspritzen lassen. Benehmen, Sprache, Kleidung und Umgangsformen bleiben jugendlich. Erwachsensein wird mit Feinrippunterhosen, Blasentee und langweiliger Lebenseinstellung gleichgesetzt.
Konsum ist eine Strategie, mit der man sich den Alltag angenehmer gestalten kann. Beim Einkauf wird bevorzugt EC- oder Kreditkarte eingesetzt, weil man damit mehr ausgeben kann als mit einem begrenzten Bargeldvorrat. Shopping macht glücklich!
Man ist unpolitisch. Wählen geht man nicht, weil man seine Zeit lieber mit Sinnvollerem verbringen will. „Ich kann ja doch nichts verändern“ bringt Janine, eine Bankkauffrau aus Köln, ihre und die Einstellung ihrer Generation auf den Punkt. Janine ist seit drei Jahren 29.




