Herrscht der Mensch durch die Grammatik

Februar 10th, 2010 Kommentare deaktiviert

Lange galt die Grammatik der menschlichen Sprache als Inbegriff des menschlichen Herrscheranspruchs – war doch nur der Mensch in der Lage zu einem so komplexen Zusammenspiel von Wörtern, Sätzen und Bedeutung.

Doch nun haben Forscher ein weiteres Wesen entdeckt, das sich verschiedener Sprachstrukturen bedient: den Buckelwal.

Intelligente Wale

Intelligente Wale

Wale gelten schon seit längerem als besonders kluge Tiere. Nun wurde entdeckt, dass sie auch  über eine komplexe Sprache verfügen.

Während der sechsmonatigen Paarungszeit singen alle erwachsenen männlichen Buckelwale einer Population ein ganz bestimmtes Lied, um die weiblichen Artgenossen zu bezirzen. Damit sich die Damen nicht langweilen, wird der Song zudem immer wieder weiterentwickelt und variiert.

Wissenschaftler des Howard Hughes Medical Institutes (HHMI) haben diese Abfolge aus Schreien, Stöhnen und Zirpen nun mit Hilfe eines Computerprogrammes genauer untersucht – in der Hoffnung, die Strukturen des Gesanges zu entschlüsseln.

Das Computerprogramm wertete dabei aus, wie viele Informationen mit Hilfe der unterschiedlichen Geräusche übermittelt wurden und verglich dies mit der Informationsübertragung bei der menschlichen Kommunikation. Anschließend wurde untersucht, ob der Reihenfolge der Daten eine hierarchische Struktur zugrunde liegt, denn das ist ein wichtiges Element jeder Grammatik.

In den Walgesängen sind eindeutig Grundformen einer grammatischen Struktur zu finden, sie unterscheidet sich jedoch völlig von der menschlichen Sprache. Sie besteht aus verschiedenen Ebenen, die jeweils ein bestimmtes Set an Informationen weitergeben. Die kürzesten Informationseinheiten bestehen aus 6 Elementen, die längsten aus 180 bis 400.

Zum Vergleich: In der menschlichen Sprache transportiert schon ein einzelnes Wort etwa zehn unterschiedliche Informationen – so wie Einzahl oder Mehrzahl, positive oder negative Bedeutung oder etwa Zustimmung.

Diese Unterschiede, so erklärt der Studienleiter Ryuji Suzuki, seien jedoch nicht weiter verwunderlich: Schließlich sei die Unterwasserwelt von der unseren völlig verschieden. Es sei daher verständlich, dass sich in dieser anderen Umgebung, in der sich Schall viermal schneller bewegt als in Luft, auch andere Kommunikationsformen entwickelten.

P.M. Februar 2007 Zusammenfassung Sigrid Ebert

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