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Der Spaßlerndenk-Verlag hat unter normalen Bedingungen vor allem mit Spaß beim Lernen und auch mit Spaß beim Arbeiten zu tun. Doch nicht immer sind alle Zeiten gleich und deshalb gibt es auch beim Spaßlerndenk-Verlag zurzeit turbulente Zeiten.

Nun sind turbulente Zeiten nicht unbedingt zwingend schlecht oder unangenehm, jedenfalls dachten wir das zu Beginn dieser besonderen Zeiten.

Es fing alles ganz harmlos an, wie so oft.

Die Lernkarteikarten sollten überarbeitet werden, da durch einen Wechsel der EDV-Dienstleister bei der Übergabe der digitalen Dateien einiges verloren ging, was wir zunächst nicht einmal bemerkten. Doch aufmerksame Kunden gaben uns diesen wichtigen Hinweis.

Also machten wir uns gleich mit den neuen EDV-Leuten an die Arbeit. Sie brachten diese Dateien zunächst in ein editierfähiges Programm. Das gelang zu aller Zufriedenheit auch recht schnell. Mit frohem Arbeitseifer gingen wir dann an die Korrekturen und konnten auch diese Arbeiten zügig beenden.

Wir lehnten uns erfreut zurück und warteten nun auf den letzten Schritt – den Transfer aus dem digitalen Schreibmodus in eine druckfähige digitale Datei!

Digitale Autobahn

Digitale Autobahn

Ja und genau hier brach dann der Krieg der Sterne aus – auf den digitalen Autobahnen! Mit großem Erstaunen mussten wir nämlich feststellen, dass sich die Programme untereinander nicht besonders mögen. Das, was der eine hat, will der andere nicht haben und umgekehrt.

Die digitalen Daten weigerten sich standhaft, schwarz auf weiß und schön gedruckt auf der Lernkarteikarte zu erscheinen. Nicht ganz, nein, kleinere Zugeständnisse machte das Druckformat schon und auch das Schreibprogramm gab einige Fragen und Antworten heraus. Nur eben nicht alle.

Beide konnten sich einfach nicht einigen zusammen zu arbeiten. Mit viel diplomatischem Geschick versuchten die EDV-Leute die beiden Streithähne zu beruhigen und durch fleißiges Programmieren beide zu einem Friedensvertrag zu bewegen. Es begann ein zähes Ringen um jede Frage, ja manchmal um ein Wort, nur weil es in einer Tabelle erscheinen sollte, und gegen Tabellen ist das Druckformat auf jeden Fall allergisch!

Dann hatte das Schreibprogramm auch noch eine hinterlistige Strategie in der Hinterhand, es schleppt eine Fülle von unnötigen Daten im Hintergrund mit, die Sie lieber PC Schreiber gar nicht zu sehen bekommen. Dieses nette Programm kenne Sie alle, doch ich möchte hier keine Namen nennen ;-)

Es ist jedenfalls sehr tückisch und zwar immer dann, wenn Sie Ihr Schriftstück nicht auf Ihrem heimischen Drucker ausdrucken wollen, sondern eine Druckerei das für Sie erledigen soll. Es verstopft das sowieso recht empfindliche Druckformat.

Nun mussten die EDV-Leute auch noch als Müllentsorger anrücken um dem Schreibprogramm diesen heiß geliebten Müll zu entreißen.

Nach hartem Kampf gelang auch das.

Sie werden jetzt sicher fragen: „Und, haben die beiden jetzt den Friedensvertrag unterschrieben?“

Ja und nein, lieber Leser, lieber Kunde, lieber Interessent!

Ja, wir haben die beiden so weit miteinander versöhnt, dass die Lernkarteikarten des  ersten Lehrgangs Geprüfte/r Personalfachkaufmann/frau IHK gerade gedruckt werden und in der 6. KW in den Versand gehen.

Nein, weil sich das Druckformat nur zu einem Waffenstillstand durchringen konnte und noch schmollt. Das drückt sich in kleinen Schönheitsfehlern aus, wie etwa ein nicht eingerücktes Wort am Anfang einer Zeile, oder ein nicht gewollter Abstand zwischen Textblöcken, oder auch eine verrutschte Formel, weil sie einen Bruchstrich enthält! Das Druckformat ist nämlich kein Mathe-Fan!

Damit müssen wir zunächst mit einem weinenden Auge leben, Hauptsache die Lernkarteikarten sind gedruckt, haben den richtigen Inhalt und helfen unseren Kunden, sich erfolgreich auf ihre Prüfung vorzubereiten, und das scheitert ja zum Glück nicht an einem nicht eingerücktem Wort oder einem zu großen Abstand zwischen Textblöcken.

Doch für uns geht dieser Kampf von neuem los – mit dem Geprüften Betriebswirt/in IHK!

Aber wir haben nun eine Menge über diese beiden Kontrahenten gelernt und können gleich an den richtigen Stellen mit den Friedensbemühungen beginnen.

Wenn wir mit allen Lehrgängen bis zu diesem Punkt vorgedrungen sind, beginnen wir erneut und werden den beiden Streithähnen auch noch die letzten Zugeständnisse abringen.

Am Ende werden wir auf jeden Fall die Sieger sein und auch die kleinen Schönheitsfehler beseitigt haben.

Dann kommen wieder ruhige Zeiten, darauf freuen wir uns besonders. Und nicht nur wir, auch alle unsere sehr geduldigen Kunden, die diese turbulenten Zeiten mit uns gemeinsam durchgehalten haben.

Großen Dank für Ihre Geduld und Ihr Verständnis!


06.02.2010 Text Sigrid Ebert, Foto Andreas Fischer

Generation doof

Das Buch „Generation Doof“ liefert ein Seelenbild der 20- bis 35-Jährigen und wurde von zwei Autoren aus dieser Altersklasse verfasst.

Deren Kernaussage: Eine ganze Generation scheint zu verblöden. Sie belegen das an einzelnen Themen, die die Generation Doof charakterisieren:

Bildung ist unwichtig. Man macht, was Spaß bringt, und kommt damit irgendwie durch. Allgemeinbildung hat keinen hohen Stellenwert. „Was Hänschen nicht lernt, schlägt Hans bei Wikipedia nach“.

Gleichgültige Haltung gegenüber den Anforderungen des Berufslebens. Zwei Drittel der Betriebe klagen über mangelndes schriftliches und mündliches Ausdrucksvermögen der Bewerber. Anschreiben mit „Sehr geehrter Herr und Frau Personalbüro“ sind verbreitet.

Karriere macht man auf Firmenkosten: man tut so, als ob man sehr viel zu tun hätte. Multitasking, das parallele Arbeiten an mehreren Aufgaben, wird als Tarnung des scheinbar Vielbeschäftigten benutzt. Lange Abende im Büro sehen wie anstrengende Arbeit aus, tatsächlich aber werden sie genutzt, um im Internet zu surfen und Auktionen bei Ebay zu überwachen.

Generation Doof
Generation Doof

Permanenter und langfristiger Jugendwahn, auch wenn es in Deutschland immer weniger echte Jugendliche gibt. Der Unterschied zwischen einem 25- und einem 35 – Jährigen? Keiner, außer ein paar Fältchen, aber die kann man sich wegspritzen lassen. Benehmen, Sprache, Kleidung und Umgangsformen bleiben jugendlich. Erwachsensein wird mit Feinrippunterhosen, Blasentee und langweiliger Lebenseinstellung gleichgesetzt.

Konsum ist eine Strategie, mit der man sich den Alltag angenehmer gestalten kann. Beim Einkauf wird bevorzugt EC- oder Kreditkarte eingesetzt, weil man damit mehr ausgeben kann als mit einem begrenzten Bargeldvorrat. Shopping macht glücklich!

Man ist unpolitisch. Wählen geht man nicht, weil man seine Zeit lieber mit Sinnvollerem verbringen will. „Ich kann ja doch nichts verändern“ bringt Janine, eine Bankkauffrau aus Köln, ihre und die Einstellung ihrer Generation auf den Punkt. Janine ist seit drei Jahren 29.


Generation Doof“ von Stefan Bonner und Anne Weiss ISBN 978-3-404-60596-5
„Trendletter“ 04.04.2008 Zusammenfassung Sigrid Ebert

Warum arbeiten so wenige Frauen in Computerberufen? Es sind nicht nur wenige – es werden sogar immer weniger.

Der Frauenanteil in den Ausbildungsberufen der IT-Branche sank in den letzten zehn Jahren von 13,8, Prozent auf 9,1 Prozent. Die bisher größte deutsche Studie zu diesem Thema ist zu dem Ergebnis gekommen:

Frauen, die sich für technische Berufe interessieren, werden von den Beratungsstellen der Arbeitsagenturen systematisch demotiviert. Uralte Rollenverteilungen wabern dort offenbar in den Köpfen und raten Frauen mit Sätzen wie“ Das wird ganz schwierig für Sie“ und „Da kann eine Frau sich nicht durchsetzen“ von der entsprechenden Berufswahl ab.

Computerbranche als Berufswunsch

Computerbranche als Berufswunsch

Damit erhalten die Selbstzweifel vieler Frauen Nahrung. Ulrike Struwe, die Leiterin der Studie, die vom „Kompetenzzentrum Technik-Diversity-Chancengleichheit“ durchgeführt wurde:“ Frauen befürchten, technisch weniger begabt zu sein und in der direkten Konkurrenz mit Männern in diesen Berufen nicht mithalten zu können.“

In der Realität ist das aber längst widerlegt: Wenn es um praktische Computerkenntnisse und Softwarefragen geht, sind Mädchen gleichauf mit Jungen. Was ihnen allerdings fehlt, ist die Begeisterung für das Basteln  mit Hardware.

Dennoch entscheiden sich immer mehr Firmen für Frauen, wenn IT-Jobs zu besetzen sind, da Frauen für „kommunikativer und reifer“ gehalten werden. Wenn nur genügend Frauen ausgebildet würden.

P.M. 1/2008 Zusammenfassung Sigrid Ebert

Hier kann ich nur raten, mit Selbstbewusstsein und Bestimmtheit in die Berufsberatung zu gehen und sich den Berufswunsch nicht ausreden zu lassen. Denn alles was „Frau“ will, kann „Frau“ auch!

„Employability“

Arbeitnehmer müssen immer mehr für ihre „Employability“ tun.

Nach Ansicht von Experten werden Arbeitnehmer zukünftig deutlich mehr tun müssen, um ihre Beschäftigung langfristig zu sichern. „Employability“ heißt das neumodische Fachwort dafür, zu Deutsch: Beschäftigungsfähigkeit.

Die Beschäftigungsfähigkeit wird zunehmend Aufgabe des Einzelnen, sagt Prof. Jutte Rump von der FH Ludwigsburg auf der Bildungsmesse didacta in Köln. Zur „Employability“ zählt etwa das Investieren in Fortbildung. Diese werde in Zukunft stark an Bedeutung gewinnen. Denn Jobs in der Produktion gehen weiter verloren, übrig bleiben Arbeitsplätze, die ein hohes Wissen erfordern, und die Halbwertzeit von Wissen wird immer kürzer.

Arbeitnehmer sollten sich fragen, was ihre Stärken sind und was zu tun ist, um sie zu erhalten, etwa durch gezielte Fortbildungskurse.

Employability

Employability

Aber auch für Unternehmen wird „Employability“ wichtiger: Einerseits sind für die Zukunft massive Auswirkungen der demographischen Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt zu erwarten, denn 2030 ist der größte Jahrgang der Babyboomer in Rente, die Zahl der Arbeitskräfte wird also langfristig kleiner.

Andererseits wird Wissen immer mehr zum Wettbewerbsfaktor. Ein Hochlohnland wie Deutschland hat gegen die globale Konkurrenz nur mit hoch qualifizierten Arbeitskräften eine Chance.

In wissensintensiven Dienstleistungsberufen wird das Angebot an Arbeitsplätzen spürbar zu nehmen. Denn Deutschland wird zunehmend zum postindustriellen Wirtschaftsstandort: „67 % der Arbeitsplätze sind schon heute im Dienstleistungssektor.“ Und das ist vergleichsweise noch nicht viel: „Großbritannien und USA liegen bei 80 %.“ Für niedrig Qualifizierte wird es dagegen immer weniger Arbeitsplätze geben, glaubt die Wissenschaftlerin, Prof. Jutte Rump.

Die Unternehmenskultur muss deshalb so sein, dass „Employability“ auf der Tagesordnung steht. Personalentwicklung und Förderung von Aus- und Fortbildung müssen das berücksichtigen.

Magazin web.de Mai 2007 Zusammenfassung Sigrid Ebert

Kreativität steigern!

Der Begriff „Kreativität“ ist von dem lateinischen Wort “creatio“ = Schöpfung abgeleitet. Man versteht darunter die Fähigkeit, neue und unübliche Lösungen für bekannte oder auch neue Aufgabenstellungen zu finden.

Vorgehensweisen und Methoden sollen dabei in einer nicht vorgegebenen Weise kombiniert und abgewandelt werden. Dabei ist es durchaus erwünscht, gegen Regeln zu verstoßen oder diese einfach zu ignorieren. Das Ziel ist allerdings produktiv zu sein und neue Vorteile zu schaffen.

Also nicht aus Spaß Regeln umstoßen, schrille Ideen entwerfen oder ein Problem nur scheinbar oder mit unsinnig hohem Aufwand lösen.

Die zündende Idee

Die zündende Idee

Wenn Sie Ihre Kreativität steigern, hat das im Bereich des Lernens den großen Vorteil, dass Sie beweglicher im Geist werden. Sie lernen nicht nur stur nach bestimmten Vorgaben, sondern erkennen schneller Zusammenhänge, versuchen spielerisch, Aufgabenstellungen auf verschiedenen Wegen zu bewältigen und erhalten so in kürzerer Zeit Lösungsansätze und sogar völlig neue Lösungen.

Wenn Sie einen Geistesblitz haben, dann können Sie ziemlich sicher sein, dass Ihr Kopf oder der unbewusste Teil Ihres Geistes schon seit geraumer Zeit an dieser Idee oder Problemlösung arbeitet. Sei es, dass Ihnen endlich eine Idee kommt, wie das Thema der Projektarbeit lauten könnte, sei es, dass Ihnen die rettende Idee für ein bereits zum Scheitern verurteiltes Ausstellungsprojekt einfällt.

In all diesen Fällen war Ihnen das Problem schon länger bekannt und Ihr Geist hat im  Hintergrund unter Ausnutzung all seiner Ressourcen daran gearbeitet. So entstehen auch Ideen, die Ihnen mehr oder weniger im Schlaf kommen. Denn auch wenn Sie schlafen, schaltet Ihr Gehirn nicht völlig ab, sondern arbeitet weiter an der Zuordnung von an diesem Tag Erfahrenem und Gelerntem und an der Lösung von Aufgaben.

Das Ergebnis kann sich dann plötzlich und unerwartet mitten in einer ganz anderen Situation in Form eines Geistesblitzes äußern!

Besonders kreativ ist man übrigens kurz vor dem Einschlafen und in der Aufwachphase, weshalb ein kurzes Mittagsschläfchen oft kreativitätssteigernd ist.

Quelle „Das große Buch der Lerntechniken“ 2005 Zusammenfassung Sigrid Ebert

Wenn Sie über einer Aufgabe brüten und das Gefühl haben, nicht weiterzukommen, dann sollten Sie eine Pause einlegen, zum Beispiel um einen Spaziergang zu machen. Das lenkt ab und wirkt auf Ihren Geist sehr entspannend.

Sie können aber auch Kreativitätsspiele ausprobieren, denn Kreativität lässt sich gut spielerisch trainieren und es wirkt auf Ihren Geist wie Lockerungsübungen auf Muskeln und Gelenke.

Pipi Langstrumpf Zug

Puppenzug

In der folgenden Übung geht es um die freie Entfaltung Ihrer Ideen. Lassen Sie keinerlei Beschränkungen zu, alles ist erlaubt und alles ist möglich! Ihr Geist soll aus festgefahrenen Bahnen befreit werden und es sollen neue Verbindungen zwischen Ihren Synapsen im Gehirn entstehen. Es geht eben nicht um sinnvolle Antworten und Plausibilität. Schreiben Sie die Antworten auf – das verstärkt den Effekt!

Übung:


Überlegen Sie sich mindestens fünf Dinge, die passieren würden, wenn

  • a) die Meere der Welt austrockneten?

  • b) Wir statt Benzin Milch tankten?

  • c) Bäume keine Blätter hätten?

  • d) Alle Menschen barfuss gingen?

  • e) Alle Menschen dieselbe Sprache sprächen?

  • f) Männer Kinder bekämen?

  • g) Nur noch Frauen Politiker sein dürften?

  • h) Ihre Urenkel aus der Zukunft zu Besuch kämen?


Viel Spaß!

Quelle „Das große Buch der Lerntechniken“ 2005 Zusammenfassung Sigrid Ebert

Hirnjogging ist gut

Schach, Kreuzworträtsel oder Sudoku, doch das scheinbar einfache Memory Spiel hält unser Gehirn am besten fit, denn Emotionen trainieren das Gedächtnis am besten. Gespräche und Gesellschaftsspiele sind besonders gut geeignet, um dem Vergessen vorzubeugen. Schach und Zahlenrätsel helfen weniger.

Will man sich Zahlen merken, so geht das besser, wenn man diese Zahlen mit Bildern verknüpft. Durch die Verknüpfung sind sie keine abstrakten Zeichen mehr. Sie werden vielmehr mit Bildern und Emotionen verbunden – und emotionalen Input mag das Gehirn.

Gedächtnistraining

Gedächtnistraining

Dinge, die wir mit etwas Persönlichem verbinden, speichern wir besser. „Deshalb funktioniert das biografische Gedächtnis so gut“,  sagt Professor Henning Scheich, Wissenschaftlicher Direktor des Leibniz-Instituts für Neurobiologie in Magdeburg. Eindrücke, die mit Gefühlen, Gerüchen oder anderen Emotionen kombiniert aufgenommen werden, haben eine Chance, über das Kurzzeit- sogar ins Langzeitgedächtnis gespeichert zu werden.

Sinnvollerweise funktioniert das nicht nur bei Freude und Begeisterung, sondern besonders bei Gefühlen wie Angst und Schmerz,“ sagt Henning Scheich. „Ein gebranntes Kind scheut das Feuer, heißt es ja so schön.“

Eine Hypothese dazu besagt, dass nicht an einer bestimmten Stelle beispielsweise eine Vokabel gespeichert wird, sondern immer an mehreren Stellen gleichzeitig. „Sehr basale Erfahrungen, die wir im Laufe unseres Lebens immer wieder gemacht haben, sind offenbar so umfassend gespeichert, dass sie kaum mehr zu löschen sind,“ sagt Scheich. Deshalb sei das regelmäßige Wiederholen von Lerninhalten, wenn auch lästig, doch unbedingt notwendig.

Die Umbauprozesse, die an den Synapsen der Nervenzellen ablaufen und das Langzeitgedächtnis bilden, dauern offenbar mehrere Tage. „Wiederholt man das Gelernte in dieser Zeit, kann man den Umbau intensivieren,“ sagt Scheich. „Deshalb ist Üben und Wiederholen für den Aufbau des Gedächtnisses von großer Bedeutung.

Generell gilt: Alles, was mit Emotionen verknüpft ist, wird besser gespeichert. Entsprechend bringen Trainingsprogramme, die immer gleich ablaufen, seien es Computerspiele oder Kreuzworträtsel, weniger für die Hirnfitness als ein Treffen mit Freunden oder eine Diskussionsrunde unter Kollegen. „Denn es ist wichtig, dass man nicht in standardisierte Abläufe hineingerät,“ sagt Professor Wolfgang H. Jost von der Deutschen Parkinson Gesellschaft. „Selbst bei einer Demenz können Synapsen im Gehirn gebildet werden,“ so der Neurologe.

Mit diesen Verbindungsstellen bilden die Gehirnzellen immer neue, weit verzweigte Netze. Wer sein Gehirn aber mit immer ähnlichen Aufgaben konfrontiert, baut kein weit verzweigtes Netz auf, sondern nur wenige Straßen. „Das beste Training für das Gehirn ist Kommunikation,“ sagt Jost. „Wer mit anderen Menschen viel redet, bekommt ständig eine Fülle von Eindrücken, die emotional aufgeladen sind und damit besser gespeichert werden können.“ Der Kaffeeklatsch, eine Diskussionsrunde oder auch das gute alte Memory Spiel mit Freunden sind das beste Training für das Gehirn.

Zudem sind diese emotional gelernten Inhalte leichter wieder abrufbar.

„Die Welt“ 24. November 2007 Zusammenfassung Sigrid Ebert

Unterscheiden sich Gehirne?

Wie unterscheiden sich die Gehirne von „intelligenten“ und „dummen“ Menschen?

Lange Zeit vermutete man, Quantität bedeute auch Qualität – je mehr graue Zellen, desto schlauer der Mensch. Doch ausgerechnet Einsteins Gehirn war allenfalls durchschnittlich groß. Die schiere Hirnmasse ist nicht verantwortlich für den Intelligenzquotienten eines Menschen.

Wenn die Forschung auch noch am Anfang steht, so scheint es stattdessen Besonderheiten im Gehirn selbst zu geben, die Menschen überdurchschnittlich intelligent machen.

Das Wunderwerk Gehirn

Das Wunderwerk Gehirn

Eine genauere Untersuchung von Einsteins Gehirn ergab, dass manche Zonen wie der Scheitellappen bis zu 15 Prozent mehr entwickelt waren als bei anderen Menschen. Offenbar sorgt dieser Umstand für eine bessere neuronale Vernetzung. Anders ausgedrückt: Ungewöhnliche Gehirne sorgen für ungewöhnliches Denken.

Das amerikanische Institute of Mental Health veröffentlichte eine Studie über die Hirnentwicklung von Kindern. Sie besagt, dass bei intelligenten Kindern zwischen sechs und sieben Jahren die Hirnrinde dünner war als bei anderen Kindern – eine weitere Anomalie, die aus noch ungeklärten Gründen die Kleinen im Denken bevorteilt. Kinder mit Aufmerksamkeitsstörungen sind ebenfalls in der Hirnentwicklung anormal; ihr Okzipitalhirn bildet sic später aus als bei normalen Kindern. Beruhigend, dass Zappelphilippe spätestens mit 16 Jahren aufschließen.

Ein weiteres Merkmal intelligenter Menschen: Sie setzen ihre beiden Gehirnhälften besser und gleichmäßiger ein. Nicht von ungefähr sind viele große Denker auch künstlerisch begabt. Logik plus Phantasie ist die Gleichung für Intelligenz. Das Gehirn muss also nicht größer sein – es reicht, die Kapazitäten beider Hälften optimal zu nutzen.

Quelle P.M. Juli 2008 Zusammenfassung Sigrid Ebert

Gedankensuche im Gehirn

Wissenschaftler müssen sich jetzt das Denken anders denken: Weniger als einen bestimmten Ort im Gehirn, von dem aus ein Gedanke wandert – und schon gleich gar nicht quer durch den Kopf – sondern als ein komplexes Zusammenspiel unterschiedlicher Nervenzellen.

Bis zu 100 Milliarden Nervenzellen befinden sich im Gehirn – und jede von ihnen ist mit 10.000 anderen vernetzt. Es gibt mehr Verknüpfungsmöglichkeiten der Neuronen als es Atome im Universum gibt!

Zwischen diesen Neuronen funkt es, und zwar gewaltig: Elektronische Impulse werden weitergegeben, die „Aktionspotenziale“. Nach einer Sekunde kann eine Nervenzelle mindestens hundert davon erzeugen, manchmal sogar bis zu tausend.

Gedankenblitze im Gehirn

Gedankenblitze im Gehirn

Aber damit ist ein Gedanke noch immer nicht lokalisiert. Denn es gibt keine geistige Funktion, bei der nur ein einziges Areal im Gehirn tätig wäre. Wenn wir denken sind immer ganz verschiedene Teile des Gehirns gleichzeitig aktiv. Dies zeitgleichen Aktivitäten sind messbar und darstellbar: Es entstehen spezifische raumzeitliche Muster des Gehirns, wenn ein Gedanke entsteht, eine Erinnerung abgerufen oder ein Sinneseindruck wahrgenommen wird. Der „Geistesblitz“ ist also eher ein Gewitter im Gehirn.

Schon vor hundert Jahren hat das der Neurologe Korbinian Brodmann anschaulich beschrieben: Das Zusammenspiel der unterschiedlichen Areale des Gehirns funktioniert wie ein Kammerorchester. Denken wir zum Beispiel an einen Apfel, dann ist das eine ganze Sinfonie, deren unterschiedliche Stimmen von ganz verschiedenen Musikern gespielt werden: Farbe, Form, Geruch und Geschmack des Apfels werden aus den unterschiedlichen Gehirnarealen „zusammengedacht“.

Die Informationsverarbeitung funktioniert im Gehirn durch eine zeitliche Organisation: Es stellt gleichsam eine zeitliche Plattform, ein Gegenwartsfenster von etwa drei Sekunden, eine Drei-Sekunden-Bühne. Diese Länge ist nicht willkürlich: Solche Zeitfenster gibt es überall – ein Händedruck, ein Blick zurück, ein Schluck Wein, all das dauert ungefähr drei Sekunden.

Soll eine Information gelernt werden, wird sie am besten in solchen Drei-Sekunden-Happen verarbeitet und ins Langzeitgedächtnis aufgenommen.

Bayrischer Rundfunk Wissen/Bildung November 2005 Zusammenfassung Sigrid Ebert

Kontaktfreudige Synapsen

Sie sind die wichtigste Voraussetzung für einen klugen Kopf: Je mehr andere Neuronen eine Nervenzelle kennt, umso besser. Eine möglichst komplexe Vernetzung der Neuronen steigert die Leistung des Gehirns: flexibles Denken, großes Wissen, gute Erinnerung.

Der größte Teil der Verbindungen zwischen den Nervenzellen des Gehirns wird in den ersten Lebensjahren angelegt: Kinder brauchen vielfältige Erfahrungen, müssen viel erleben, um viel begreifen zu können.

Die Synapsenbildung der Neuronen kann aber auch angeregt werden – die Lernbereitschaft des Gehirns kann erhöht werden. So werden am Institut für Kommunikation und Gehirnforschung in Stuttgart spezielle neuroaktive CDs für Kinder mit Lernschwächen oder motorischen Störungen entwickelt: Spezielle Musik oder Geräusche sollen neue Frequenzbereiche im Gehirn anregen – Walgesang während der Rechenaufgaben etwa. Sogar bei autistischen Kindern zeigen sich erste Erfolge dieser Behandlung.

Synapsen

Synapsen

Auch im Alter ist unser Gehirn noch ausbaufähig: Neurologen haben herausgefunden, dass Nervenzellen sich ein ganzes Leben lang teilen können. Unsere kleinen grauen Zellen sterben also nicht nur ab, sondern es kommen auch immer wieder neue hinzu. Zurzeit werden die Substanzen erforscht, die dieses Nervenwachstum fördern. Noch weiß man nicht viel über den „Nervendünger“, nur das er vermehrt bei geistiger und körperlicher Aktivität entsteht.

Eine andere spektakuläre Erkenntnis: Auch die Verbindungen der Neuronen im Gehirn können ein  ganzes Leben lang umgebaut und erweitert werden. Werden einzelne Areale des Gehirns geschädigt, können die unbeschädigten Teile die Funktionen übernehmen und neue Verbindungen eingehen. In einer erstaunlichen Reorganisationsleistung bildet das Gehirn neue Neuronenverbände, um die Funktionstüchtigkeit zu erhalten – etwa nach einer Hirnschädigung durch einen Schlaganfall.

Bayrischer Rundfunk November 2005 Zusammenfassung Sigrid Ebert

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